Am Morgen unserer Abreise aus Hoi An goß es wie aus Eimern. Wir hatten am Abend zuvor in der Stadt einen "Sleeping bus" nach Hue gebucht mit Abholung vom Hotel. Wir frühstückten in aller Ruhe, packten unsere Rucksäcke und warteten auf den Van, der uns zum Busbahnhof bringen sollte. Die Abfahrt des Buses sollte um 13:30 Uhr sein. Bis 20 nach eins war noch immer kein Van in Sicht. Deshalb wurden wir schon langsam nervös und ließen Flower von der Rezeption zweimal bei der Reiseagentur anrufen. Dort hieß es immer nur "no worries". Tatsächlich erschien der Van mit einiger Verspätung, so dass der Bus eigentlich schon weg sein sollte. Am Busbahnhof angekommen erfuhren wir schließlich, dass der Bus ungefähr in einer Viertelstunde fahren werde. Er stand schon da und wurde noch entladen - d.h. es kamen immer wieder mal Mopeds vorbei, die sich jeweils einen riesigen Sack unbestimmten Inhalts aufladen ließen und mit diesem davonfuhren. Wir standen da und beobachteten das Geschehen. Irgendwann entlud ein Mitarbeiter die restlichen Sachen, die nicht abgeholt worden waren und packte sie unter das Vordach des Ticketschalters, wo die abreisenden Fahrgäste ihr Gepäck stehen hatten, weil es immer noch in Strömen regnete.
Schließlich erhielten wir das Signal zum Einsteigen. Unsere Rucksäcke wurden lieblos in den ziemlich dreckigen Laderaum des Buses geworfen und wir durften in den Bus. Beim Einsteigen mussten wir die Schuhe ausziehen und jeder erhielt eine Plastiktüte, um sie zu verstauen. In einem sleeping bus sind wir bisher noch nie gefahren. Die Sitze sind in zwei Reihen übereinander angeordnet und sind mehr Liegen, die man hochstellen kann. Für Europäer sind die "Kabinen" zu kurz - sie sind eher auf vietnamesische Körpermaße zugeschnitten. Man legt sich also rein, verstaut sein Gepäck rund um sich und sucht die bequemste Position.

Die Fahrt begann mit reichlich Verspätung, der Fahrer, den ich erst für einen Fahrgast hielt, lag in der Kabine vor mir und schnarchte laut vor sich hin, bis ihn einer weckte und er abrupt ans Steuer sprang. Ich befürchtete nichts Gutes, so halbwach wie der Mann war, aber er brachte uns gemächlich mit viel Gehupe sicher nach Hue. Auf der Fahrt konnte man immer wieder mal wegdösen, draußen regnete es weiter und alles war grau in grau. So konnte man nicht viel sehen. Einmal fuhren wir durch einen 12 km langen Tunnel. Später habe ich gelesen, dass es der längste in Südostasien ist und dass man so leider nicht mehr über den Wolkenpass fährt (was für Touristen natürlich viel schöner wäre).
In Hue angekommen regnete es immer noch. So nahmen wir uns ein Taxi und ließen uns zu unserem Hotel bringen, das ich vorher über booking gebucht hatte. Es war ganz ok, aber mehr auch nicht. Am nächsten Morgen suchten wir uns ein Restaurant zum Frühstücken und schauten uns auf dem Weg Zimmer in anderen Hotels an. Ganz in der Nähe fanden wir eines, das sogar günstiger war als das online gebuchte und viel schöner. Es war riesig groß mit vielen Fenstern, einem Balkon und einem Ausblick über die Stadt. Wir zogen schnell unser Gepäck um und machten uns sogleich auf zur Besichtigung der alten Zitadelle in der alten Kaiserstadt.
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| Frühstück im Zimmer |
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| Blick aus dem Zimmer |
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| so sieht's hier auf jedem Bürgersteig aus |
Über einen breiten Wasseergraben betritt man durch das Mittagstor die Anlage und gelangt an der Halle der höchsten Harmonie vorbei zum Bereich der Purpurnen Verbotenen Stadt, die nur dem Kaiser und seinen Konkubinen vorbehalten war.
Am nächsten Tag mieteten wir uns wieder ein Moped und fuhren zu anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt, die etwas weiter entfernt lagen.
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| Kathedrale von Hue |
Wegen eines bevorstehenden Feiertages wurden am Straßenrand überall Räucherstäbchen hergestellt, zum Trocken ausgelegt und dann zum Verkauf angeboten.
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| Räucherstächenfachgeschäft |
Etwas außerhalb der Stadt besuchten wir die Gräber der Kaiser Tu Duc und Minh Mang, die auf riesigen Grundstücken angelegt sind. Dort mussten die Konkubinen auch nach dem Tod des Kaisers für einige Jahre leben. Außerdem brauchten sie Pavillons, Tempel, Mandarine etc. etc.
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| Tu Ducs Grabanlage: hier ließ er sich mit dem Boot herumfahren und dichtete |
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| Elefant, Pferd und Mandarine für Tu Duc |
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| Grabanlage von Minh Mang |
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| Minh Mang |
Auf dem Rückweg in die Stadt schauten wir uns noch eines der Wahrzeichen von Hue an, die Thien Mu Pagode (Turm der Freude und Anmut).
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| Thien Mu Pagode |
Die Abende in Hue verbrachten wir an Weihnachten im Backpackerviertel, wo man von allen Seiten mit Weihnachtsliedern beschallt wird und bei jedem Lokal ein meist mit vielen bunten LED-Lichtern geschmückter Christbaum steht. An den anderen Abenden setzen wir uns lieber in Restaurants am Ufer der Parfümflusses, wo keine Mopeds fahren dürfen und genossen Ausblick und Ruhe.
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| Parfümfluss außerhalb von Hue |
In Hue haben wir uns sehr wohl gefühlt und können einen Besuch nur empfehlen. Schließlich mussten wir aber doch weiter. Unser nächster und letzter Stop in Vietnam wird Ho-Chi-Minh-City, das ehemalige Saigon. Dann ist unser 15-Tage-Visum fast abgelaufen und wir müssen das Land verlassen.