Freitag, 6. Januar 2017

Angkor

An Neujahr machten wir uns ohne Bedauern, Phnom Penh verlassen zu müssen, auf nach Siam Raep. Schon lange war es ein Traum von mir, einmal die Tempel von Angkor zu sehen. Wir nahmen wieder einen Giant Bus. Zur Auswahl hätte noch ein Boot gestanden, das aber ungefähr genauso lange gebraucht hätte. Wir waren unsicher, ob die Fahrt überhaupt möglich gewesen wäre, da wir ja gerade Trockenzeit haben und wir nicht beurteilen können, ob es nun viel oder wenig Wasser im Tonle Sap gibt. Die Aussagen der Einheimischen waren durchaus widersprüchlich. Diejenigen, die Tickets für das Boot verkaufen wollten, sagten wir hätten Glück, dieses Jahr gäbe es richtig viel Wasser. Die anderen, die Bustickets verkaufen wollten, sagten, dass jetzt Trockenzeit wäre und das Boot eventuell gar nicht fahren könne oder nur mit Umwegen und sehr langsam. Zur Sicherheit verließen wir uns auf die Straße.

Die Landschaft war wieder völlig monoton, alles flach, alle Dörfer gleich (zumindest für unsere Augen). Am besten man verschläft die 6 bis 7 Stunden!
In Siam Reap angekommen wurden wir von einem Tuk-Tuk-Fahrer abgeholt, der vom Hotel geschickt worden war. Das hatten wir für drei Nächte vorgebucht, um nicht wieder erst vor Ort suchen zu müssen. Es entpuppte sich als schöne alte Kolonialvilla in relativ zentraler, aber doch ruhiger Lage.

Wir hatten den Abend noch Zeit und liefen Richtung Pub Street, wohin wohl jeder Tourist muss. Es handelt sich dabei nicht um eine Straße, sondern um ein ganzes Viertel, in dem sich Bars, Restaurants, Reisebüros, Souvenirgeschäfte, Hotels und alles was der Tourist sonst noch braucht, aneinanderreihen. Außerdem gibt es noch einen Zentralmarkt (neben weiteren Nachtmärkten). Ein riesiger Touristenrummel, der hier täglich stattfindet. Von dem was wir bisher gesehen hatten, hätten wir uns vorher nicht vorstellen können, dass es so eine Stadt in Kambodscha gibt.

Wir suchten uns ein "normales" Restaurant zum Essen und marschierten ins Hotel zurück. Fritz hat diesmal wieder keine frittierten Vogelspinnen gegessen, obwohl er es vorher angekündigt hatte und es mehrere Stände gab, die sie anboten!


 
Für den nächsten Tag hatten wir schon einen Tuk-Tuk-Fahrer engagiert, der uns zu den verschiedenen Tempeln und Hauptattraktionen von Angkor fahren sollte. Er wartete in der Früh schon auf uns und gleich nach dem Frühstück ging es los. Es war der heißeste Tag unserer bisherigen Reise. Erst fuhr er uns zu einer zentralen Kartenverkaufsstelle, wo wir fotografiert und unsere Tickets ausgestellt wurden - 20 US $ Eintritt pro Person für einen Tag.



Alles, was ich bis dahin von Angkor gelesen und gesehen hatte, hob die Einzigkartigkeit und Erhabenheit der gesamten Anlage hervor, aber keiner hatte was von den vielen chinesischen, japanischen und sonstigen asiatischen Reisegruppen erwähnt, die in Scharen über das Gelände geführt werden und eigentlich nur einen spektakulären Hintergrund für ihre Selfies suchen, die sie an jeder nur erdenklichen Stelle und in allen möglichen gekünstelten Positionen von sich machen. Dabei setzen sie sich über jedes Hindernis hinweg. Wir als gesittete Europäer sind da absolut in der Minderheit und mit unserer anerzogenen Höflichkeit nicht im Mindesten geeignet, sich gegen die asiatische Übermacht zur Wehr zu setzen. Trotz alledem waren wir von den Khmer-Tempeln und den riesigen Ausmaß der Anlagen schwer beeindruckt.

Ansturm auf Angkor

Angkor Wat
 






Anstehen für's Foto
 
 Der Tag hat sich auf alle Fälle gelohnt, um einen Eindruck zu bekommen und einige der wichtigsten Tempel zu besichtigen. Wenn wir nochmal hierher kommen, dann auf alle Fälle nicht mehr in der Hochsaison und ein sachkundiger Führer wäre auch nicht schlecht, der einen ein paar Tage lang begleitet.





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