Sonntag, 18. Dezember 2016

Anreise

Am 15.12. schulterten wir unsere Rucksäcke und fuhren zum Flughafen. Unser Flug startete abends um halb zehn und wir landeten am nächsten Morgen um kurz nach sechs in Dubai. Wir hatten einen billigen Flug gebucht und mussten deshalb 12 Stunden Zwischenaufenthalt einlegen.

Bis wir unseren Ausflug in die Stadt antreten konnten, mussten wir gefühlt kilometerweit durch den riesigen Flughafen laufen, um endlich zum Ausgang zu kommen. Davor galt es aber noch einen Einreisestempel zu bekommen. Die dubaianischen (ist das das richtige Adjektiv?) Passkontrolleure saßen extrem gelangweilt in ihren schneeweißen Gewändern an den Schaltern und die Wüstensöhne wedelten die Touristen wie lästige Fliegen nach und nach durch die Schranke - die Schlangen waren lang und wir standen dort geschlagene zwei Stunden an.

Die Metro in Dubai führt vom Flughafen aus direkt zu vielen Sehenswürdigkeiten und nachdem uns ein netter Mann am Ticketschalter das richtige Ticket empfohlen hatte und uns erklärt hatte, dass es eine erste und eine zweite Klasse in der Metro gebe, wir nicht mit unserem Economy-Ticket in die erste einsteigen dürften, als Paar auch nicht die Waggons nehmen dürften, die nur für Frauen und Kinder bestimmt sind, und dass Essen, Trinken und Kaugummi Kauen absolut verboten seien, konnten wir endlich losfahren.
Die Metro ist wirklich extrem sauber, noch sauberer als in Singapur. Unterwegs waren an dem Freitag vorwiegend Gastarbeiter, viele Filipinos, Inder oder sonstige Nationalitäten. Ich glaube, Einheimische waren da kaum dabei.





 
 
Wir fuhren zunächst bis Burj Khalifa, das das höchste Gebäude der Welt sein soll. Danach liefen wir ein bißchen durch die Gegend drum herum und schließlich wollten wir in einen Park, um uns ein paar Stunden in die Sonne zu legen - wir waren inzwischen reichlich müde. Das, was wir auf unserem Plan als Park eingezeichnet gesehen hatten, fanden wir nicht. Alternativ dazu nahmen wir wieder die Metro und fuhren Richtung Meer, wo allerdings in der Nähe der Metro eine große Baustelle war, so dass wir uns nicht gemütlich in den Sand legen konnten. Dafür stießen wir auf den Fischmarkt, der gerade zu Ende war und man konnte nur noch riechen, was da verkauft worden war. Ein Händler, der wohl seine Ware nicht losgeworden war, lief uns eine Weile mit einem ziemlich großen Fisch hinterher, aber den hätten wir, selbst wenn wir gewollt hätten, wohl kaum in der blitzsauberen Metro transportieren dürfen. Sonst hatte an dem Tag (Freitag) vieles geschlossen, aber von den Moscheen hörte man die Muezzin rufen und bei der größten, an der wir vorbeikamen und die so viel Zulauf hatte, dass die Männer in Scharen noch vor der Tür beteten, peitschte der Prediger fast ohne Luft zu holen seine Thesen den Gläubigen ein - zumindest hörte es sich für uns so an. Von Liebe und Frieden predigt man anders!
Schließlich taten uns vom Rumlaufen die Füße weh und wir machten uns auf den Rückweg zum Flughafen. Wir aßen noch etwas und checkten dann für den Weiterflug ein. Kurz bevor wir an Bord gingen wurde und mitgeteilt, dass sich unsere Platznummern geändert hätten. Die erste Reaktion war "nicht schon wieder!", weil wir auf dem Flug nach Dubai schon andere, ungünstigere Plätze bekommen hatten. Doch diesmal handelte es sich um ein upgrade in die Businessclass, worüber wir mehr als erfreut waren. Das hieß richtig schlafen können! Und so einen Flug nach Bangkok würde ich gerne jederzeit wieder machen. Feines Essen, gute Weine, Cocktails, extra Matratze, Entertainment vom Feinsten und jeder Wunsch wird einem erfüllt. Ich will immer Businessclass fliegen!!!


Während des Fluges nach Bangkok konnten wir richtig schlafen, so dass wir bei der Ankunft um kurz nach fünf relativ fit waren. Im Flugzeug gab man uns als Businessclass-Reisenden eine Prioritykarte für die Passkontrolle, so dass wir uns nicht wie das gemeine Volk anstellen mussten, sondern schnell und unbürokratisch unseren Einreisestempel bekamen und durch den Zoll gewunken wurden.

Jetzt mussten wir nur noch unsere Zeit im Flughafen bis zum Weiterflug nach Hanoi hinter uns bringen. Wir wechselten ein paar Baht, gingen frühstücken und probierten die Wartegelegenheiten auf verschiedenen Ebenen aus. Für ein Schläfchen fand sich kein geeigneter Platz. So waren wir froh, als wir endlich unsere Rucksäcke los wurden und einchecken konnten. Bis zum Abflug gingen wir noch Mittagessen. Von unserem letzten Besuch des Flughafens wussten wir noch, dass es auf der Ebene im Erdgeschoss, wo die Busse in alle Richtungen abfahren, einen Foodcourt gibt, in dem ganz normale thailändische Küche zu ganz normalen Preisen angeboten wird. Am Eingang kauft man Coupons, mit denen man dann an den verschiedenen Ständen bezahlt.


Um 14:00 Uhr konnten wir schließlich an Bord gehen und die knapp zwei Stunden nach Hanoi haben wir schnell verschlafen. Die Einreise war völlig unkompliziert. Es war wenig los und wir bekamen unseren Stempel für 15 Tage in den Pass. Am Flughafen versorgten wir uns gleich mit Dong. Am Geldautomaten bekommt man höchstens zwei Millionen Dong ausbezahlt, das entspricht ca. 80 Euro. Mal sehen wie weit wir damit kommen!.

Für die Fahrt zum Hotel hatten wir von unterwegs aus einen Flughafentransfer über das Hotel gebucht und ein gut gelaunter Fahrer holte uns ab. Auf dem Weg in die Innenstadt bekamen wir einen ersten Eindruck vom Verkehr: es wird gefahren, wo Platz ist und das wichtigste Utensil am Auto ist die Hupe. Je näher wir dem Zentrum kamen umso lauter wurde es, es wird links und rechts überholt, sobald sich irgendwo eine Lücke auftut, und eine unglaubliche Anzahl an Mopeds und Rollern ist unterwegs.

Im Hotel angekommen erfuhren wir von einem sehr netten Empfangsmitarbeiter, dass es unser über booking gebuchtes Zimmer nicht gibt und wir in ein anderes Hotel in der Nähe müssten. Dabei hatten wir uns schon so ein Bett gefreut! Es war inzwischen schon dunkel, obwohl es erst kurz nach fünf war. Wir machten uns also auf den Weg in das andere Hotel durch Straßen voller hupender Autos, unzähliger Mopeds und vielen, vielen Menschen. Das Zimmer dort war in Ordnung und auf größere Diskussionen hatten wir eh keine Lust. Also zogen wir ein, packten ein paar Sachen aus und gingen dann Richtung Nachtmarkt, der zufällig am Samstag stattfand. Von einem Markt haben wir allerdings nichts gesehen, es gab offene Geschäfte und viele, viele Menschen, die unterwegs waren, zu Fuß und vor allem auf Mopeds. Hanoi muss die Hauptstadt der Mopeds sein!



 
In einem kleinen Suppenrestaurant aßen wir zu Abend, kauften und auf dem Heimweg noch zwei Bier und fielen nach einer ausgiebigen Dusche hundemüde ins Bett.

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